Was ist die Sunrise 2027 Initiative?
Sunrise 2027 ist eine globale Initiative von GS1. Ziel ist es, dass Kassensysteme weltweit bis 2028 neben klassischen Strichcodes auch 2D-Codes wie GS1 DataMatrix oder QR Codes mit Digital Link verarbeiten können.
Hintergrund sind neue regulatorische Anforderungen – insbesondere in Europa – sowie der steigende Bedarf an digitalen Produktinformationen und Rückverfolgbarkeit.
Wussten Sie schon? Im Gesundheitswesen sind 2D Codes (als GS1 DataMatrix) bereits seit 2019 bei verschreibungspflichtigen Medikamenten im Einsatz. Der Code wird hier gescannt, bevor das Arzneimittel in einer Apotheke oder in einem Krankenhaus an einen Patienten ausgegeben wird.
Die Fakten rund um GS1 Sunrise 2027
2D-Codes an den Kassen
GS1 Sunrise 2027 ist keine EU-Verordnung, sondern ein branchengetriebenes Ziel, dass Kassen (Point-of-Sale) 2D-Codes zuverlässig scannen können.
Der Handel soll somit ab Anfang 2028 in der Lage sein, auch 2D Codes am Point-of-Sale zu verarbeiten. Die klassischen 1D Strichcodes werden hierbei nicht abgelöst, sondern ergänzt.
Welchen Mehrwert bringen die 2D QR Codes im Handel?
Mit den zweidimensionalen Codes können neben der Produktidentifikation weitere Daten wie das Verfallsdatum, die Chargen- oder Seriennummer auf kleinstem Raum verschlüsselt werden. 2D Codes sind dabei auch schneller lesbar und machen somit auch Interaktion möglich.
Umfassende Produktinformationen für Konsumenten Der Handel ist schon heute zum größten Teil mit der dafür notwendigen Hardware – einem kamerabasierten Scanner – ausgerüstet. Und somit ist das Lesen eines 2D Codes an der Kasse prinzipiell schon jetzt möglich.
Nicht nur Scannerkassen sollen einen 2D Code lesen können. Alle Akteure, die mit dem Code in Berührung kommen, sollen in der Lage sein, die weiteren Informationen abzurufen, die in einem multifunktionellen QR Code mit GS1 Digital Link stecken. Zwei Schritte sind notwendig:
- GS1 QR Codes müssen mit den richtigen Informationen und Links erstellt werden.
- Alle involvierten Systeme in der Lieferkette eines Produkts müssen den QR Code auch vollständig lesen können.
Für den Konsumenten ist das einfach. Die Handykamera reicht.
Scan & Discover: Der direkte Weg zu Chargendaten, Herkunftsinformationen und exklusiven Kundenbindungsprogrammen. Als Unternehmen muss sichergestellt werden, dass alle Systeme den QR Code vollständig lesen können und damit die jeweils wichtigen Informationen direkt verwendet werden können.
Der Digitale Produktpass (DPP)
In der Europäischen Union wird für definierte Produktgruppen ein digitaler Produktpass zu einem verpflichtenden Element.
Der Digitale Produktpass (DPP) ist dabei im wesentlichen eine Produktkennzeichnung (wie z. B. ein 2D QR Code), der von verschiedenen Akteuren in der Lieferkette gescannt werden kann, um Informationen über das Produkt zu erhalten: zum Beispiel über die Produktmaterialien oder darüber, ob das Produkt wiederverwendet und recycelt werden kann.
Neben der europäischen Öko-Design-Verordnung (siehe auch Ecodesign for Sustainable Products Regulation) existieren bereits weitere Verordnungen, die einen Digitalen Produktpass fordern bzw. fordern werden, zum Beispiel die Batterieverordnung.
Unsere Plattform unterstützt den vollen Produktlebenszyklus der GS1 QR Codes als One-Stop-Shop-Lösung: von der Erstellung der QR Codes über den Aufbau der digitalen Links, die korrekte Entschlüsselung der Links beim Scan bis zum Informations-Hosting.
Für welche Produkte wird ein DPP bereits benötigt?
Batterien inklusive E-Auto-Batterien
Lebensmittel-Sonderregelung für Wein
Seit dem 08.12.2023 gelten neue EU-Regeln zur Angabe von Zutaten und Nährwerten für Wein/aromatisierte Weinerzeugnisse. Diese Infos können dabei auch elektronisch bereitgestellt werden (z. B. über einen QR Code). Gewisse Angaben müssen weiterhin am physischen Etikett stehen. So kann die Nährwertdeklaration auf der Verpackung auf den Energiewert beschränkt werden (Symbol „E“ für Energie).
Beispiel für einen Digitalen Produktpass für WeinFür Produkte des täglichen Bedarfs gibt es (noch) keine gesetzlichen Vorgaben für den Einsatz von 2D Codes. Praktische Anwendungen wie eine Rückverfolgbarkeit von Produkten, Gebrauchsanweisungen für Kunden oder die Möglichkeit Lagerstandskontrollen machen GS1 QR Codes schon jetzt für den Handel interessant.
Im aktuellen Arbeitsplan der EU für Ökodesign für nachhaltige Produkte und für die Energieverbrauchskennzeichnung sind die folgenden Endprodukte als nächste Prioritäten vorgesehen: Textilien/Bekleidung, Möbel, Reifen und Matratzen.
DPP Editor
Der DPP Editor von qr1 ist ein webbasiertes Tool zur Erstellung und Verwaltung digitaler Produktpässe (DPP). Unternehmen können damit strukturierte Produktdaten – wie technische Spezifikationen, Nachhaltigkeitsinformationen, Materialzusammensetzung oder Compliance-Dokumente – zentral erfassen und aktualisieren.
Die Inhalte werden über einen GS1 QR Code bereitgestellt und können je nach Zielgruppe (z. B. Konsumenten, Handel) passend ausgespielt werden. So wird der Digitale Produktpass effizient gepflegt und regulatorisch konform umgesetzt.
Beispiel für einen DPP für BatterienSo funktionieren GS1 QR Codes
Was sind GS1 QR Codes?
GS1 QR Codes sind zweidimensionale Barcodes, speziell dafür entwickelt, um große Mengen an Informationen in einem kompakten Format zu übertragen. GS1 QR Codes wurden von GS1 entwickelt, einem globalen Netzwerk zur Entwicklung und Optimierung von Standards für Geschäftsprozesse, die auch für den Barcode verantwortlich zeichnen, den Sie auf jedem Produkt im Geschäft sehen können.
Beispiel für einen GS1 QR Code im Vergleich mit einem klassischen EAN Barcode darunter.GS1 QR Codes können umfassende Daten abspeichern, einschließlich Produktidentifikatoren (wie GTIN/EAN), Verfallsdaten, Chargennummern und sogar URLs.
In Summe können bis zu 4.000 Buchstaben und über 7.000 Zahlen verschlüsselt werden. Und das bei nur 42 % des Platzbedarfes eines linearen Strichcodes.
Wie funktioniert der GS1 Digital Link?
Ein GS1 Digital Link ist im Kern eine Webadresse, die direkt im QR Code gespeichert ist.
Beim Scannen öffnet sich nicht einfach nur eine Website – sondern eine strukturierte Produktinformation, die je nach Bedarf unterschiedliche Inhalte bereitstellen kann.
Ein GS1 Digital Link – strukturierte Produktdaten in einer einzigen URL
In dieser URL sind standardisierte Produktdaten wie GTIN, Chargennummer oder Mindesthaltbarkeitsdatum integriert. Dadurch können Systeme entlang der Lieferkette die Daten automatisch verarbeiten.
Linktypen: Ein Code - viele Möglichkeiten
Linktypen definieren, welche Art von Information beim Scan eines GS1 QR Codes aufgerufen wird.
Der GS1 Digital Link kann unterschiedliche „Beziehungsarten“ hinterlegen – also ob es sich z. B. um Produktinfos, eine Gebrauchsanleitung oder Nachhaltigkeitsdaten handelt.
Link-Typen: Ein Code – viele Möglichkeiten Man kann es sich so vorstellen: Ein Code - aber unterschiedliche Informationsarten dahinter.
Typische Linktypen sind zum Beispiel:
- Produktinformation
- Gebrauchsanleitung
- Nährwertangaben
- Zertifikate
- Rückverfolgbarkeitsdaten
- Digitaler Produktpass (DPP)
Der VorteilSysteme (z. B. Apps, Händler-Software oder Behördenportale) erkennen automatisch, welche Art von Information bereitgestellt wird - ohne raten zu müssen.
Ein einziger Code kann damit verschiedene Zielgruppen bedienen.
Für Konsumenten
- Produktinformationen
- Herkunft & Nachhaltigkeit
- Nährwerte & Allergene
- Gebrauchsanleitungen
Für Unternehmen & Handel
- Rückverfolgbarkeit
- Chargen- und Seriennummern
- Logistik- und Produktionsdaten
So entsteht aus einem einfachen QR Code eine digitale Schnittstelle zwischen Produkt, Unternehmen und Konsument.
Das Team von qr.1at hat eine Fülle an detaillierten Guides zusammengestellt, die Sie bei der Umstellung unterstützen können:
Sie benötigen mehr Informationen? Kontaktieren Sie uns, wenn Sie Unterstützung bei der Implementierung von GS1 QR Codes in Verbindung mit Ihrer Produktdatenbank oder Ihrem ERP-System benötigen.